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Kader: Lebenslanges Lernen sichert die Zukunftschancen

Management Wissen hat ein Verfalldatum. Deshalb ist es unumgänglich, sich lebenslang weiterzubilden.

Miriam Dibsdale

«Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr», sagt eine alte Volksweisheit. Sie wird zwar heute noch oft zitiert, ist aber veraltet, und passt überhaupt nicht mehr in die moderne Bildungslandschaft. Eine gute Grundausbildung ist zwar nach wie vor wichtig – aber nur als Basis für gezieltes, lebenslanges Lernen. Im Gegensatz zu früher sinkt die Halbwertszeit von Wissen stetig – deshalb muss jeder Einzelne sein persönliches Bildungskonzept laufend den zu erwartenden Anforderungen und Veränderungen in seiner Branche und seinem Fachbereich anpassen. Und das auf einer unsicheren Basis – wer weiss heute schon, was in zwei, drei Jahren sein wird, welche Technologien führend und welche Märkte dadurch entstehen oder sich verändern?

 

Fach- und Führungskompetenz

«Grundsätzlich unterschieden wir in der Aus- und Weiterbildung zwischen Angeboten in Fach- und Führungskompetenzen», sagt Rolf Häner, Leiter der Weiterbildung am Bildungszentrum Uster. Im Bereich der Fachkompetenzen gehe es darum, sich das nötige fachliche Rüstzeug zu holen, Lücken aufzufüllen und sich gezielt für die weitere berufliche Entwicklung das nötige Wissen anzueignen. Führung dagegen sei eine eigene Disziplin, in der es darum gehe, Führungskompetenzen zu erlangen – entweder in entsprechenden Weiterbildungen oder «on the job».

 

Inkompetenz in der Führung kann für Unternehmen teuer werden. Die reine fachliche Kompetenz genügt den anspruchsvollen Mitarbeitenden heute nicht mehr, sie wollen professionell und auf Augenhöhe geführt werden. Für sieben von zehn Mitarbeitenden sei ein schlechter Chef ein Kündigungsgrund, sagt die Psychologin Annick Darioly, die untersucht hat, was inkompetente Vorgesetzte anrichten können. Und in einer nicht repräsentativen Umfrage der Basler Zeitung finden von 2473 Teilnehmern ganze 49,5 Prozent, ihr Chef sei dumm. Wer Karriere machen oder sich auf einer Position halten will, tut also gut daran, sich auf beiden Ebenen auf hohem Niveau zu bewegen.

 

Gemäss einer Untersuchung des Bundesamtes für Statistik (BFS) bilden sich 77 Prozent der Bevölkerung regelmässig weiter – allerdings nicht in allen Bevölkerungsgruppen. Während 79 Prozent der Personen mit einem höheren Abschluss eine Weiterbildung absolviert haben, sind es bei Personen mit nur obligatorischer Schulbildung lediglich 31 Prozent. Vor allem Kaderleute mit hohem Bildungsniveau haben die Zeichen der Zeit erkannt und bilden sich gezielt laufend weiter.