SelinaNiederberger

Schweizer Fleisch-Fachverband SFF

Ein grossartiger Start ins Berufsleben

Orientierung Im luzernerischen Dagmersellen befindet sich die Spezialitäten-Metzg von Hugo Willimann. Ein Betrieb, der Kundinnen und Kunden aus der ganzen Region anzieht. Zum Team der engagierten Mitarbeitenden gehört auch Selina Niederberger, eine junge Fleischfachfrau, die schon von sich reden machte.

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Sie wirkt bescheiden und sympathisch. Würde man Selina Niederberger auf der Strasse treffen, käme einem wohl kaum der Gedanke, dass diese junge Frau einen Beruf gewählt hat, der früher eher den Männern vorbehalten war. Und das mit Erfolg. Selina Niederberger wuchs in Luthern im Kanton Luzern auf einem Bauernhof auf. Schon früh kam sie in Kontakt mit Tieren und erlebte auch, dass diese geschlachtet und weiterverarbeitet wurden. Das gehörte zum Alltag. Als dann die Berufswahl zum Thema wurde, entschied sie sich zuerst für eine Schnupperlehre als Restaurationsfachfrau. Eigentlich hätte ihr diese Tätigkeit gefallen, aber die Arbeitszeiten hielten sie ab, den Beruf auch zu lernen. Da sie vom Lebensmittel Fleisch schon immer fasziniert war, lag es nahe, dass eine Schnupperlehre in einer Metzgerei folgte. Und das war es, Selina Niederberger hatte ihre Passion gefunden.

Erfolgreicher Lehrabschluss wird belohnt
Es folgte die Berufslehre bei der Wechsler Metzg in Nebikon mit Schwerpunkt «Veredelung». Verkaufsfertige Artikel herzustellen und Fleischplatten zu legen wurden bald zu ihren Lieblingsarbeiten und sie schloss ihre Ausbildung im Frühjahr 2017 äusserst erfolgreich ab. Dank der guten Noten wurde sie eingeladen, im letzten Herbst während der Fleischfachmesse Mefa in Basel an der Schweizer Meisterschaft der besten Lehrabgänger teilzunehmen und sich dabei sogar für den internationalen Wettbewerb der Fleischerjugend (IWF) zu qualifizieren. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn die rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten dabei ihr Können in fünf Disziplinen unter Beweis stellen.

Vor dem Wettbewerb erfolgte aber noch der Wechsel zur Metzgerei Willimann nach Dagmersellen. Und da traf sie mit Hugo Willimann auf einen sehr engagierten Patron. Im Frühling 2017 erst hat nämlich Kollegin Manuela Riedweg dank intensiver Vorbereitung und Unterstützung im Betrieb am IWF den Team-Europameistertitel gewonnen. Und das heisst etwas.

Erfolgreiche Schweizermeisterschaften
Hugo Willimann wurde im September 2017 für sein Engagement auch ausgezeichnet, er gewann beim Wettbewerb «Zukunftsträger – Lehrmeister des Jahres 2017» den ersten Preis in der Kategorie Fleischfachleute.

Und auch Selina war erfolgreich. Dank guter Vorbereitung und gezieltem Training belegte sie nicht nur an den Schweizer Meisterschaften der besten Lehrabgänger den zweiten Platz, sie gewann auch im Team mit zwei Kolleginnen der Metzgerei Willimann den ersten Rang in der Firmenwertung der Schweizer Meisterschaft im Fleischplattenlegen.

Die Freude war gross und die Aussichten spannend. So hat sie sich nämlich mit dem 2. Platz auch für den IWF, welcher im nächsten Jahr im Mai in Frankfurt stattfinden wird, qualifiziert. Zusammen mit der Schweizermeisterin Tanja Kratzer wird sie um einen weiteren Titel für die Schweiz kämpfen.

Dar Weg dahin ist aber noch lang und anspruchsvoll. Ein erstes Training ist bereits absolviert und viele weitere folgen. Selina ist sich bewusst, dass die eher filigranen und detailbezogenen Arbeiten ihre Stärke sind. Umso mehr muss sie das strenge Ausbeinen und Dressieren üben, denn hier haben die Jungs dank der Muskelkraft doch einen erheblichen Vorteil.

Sonst sieht sie aber keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch auf die Frage, wie ihr Umfeld damals reagierte, als sie sich für einen Beruf entschied, der eher von Männern dominiert wird, hat kaum jemand mit Erstaunen reagiert.

Mehr weibliche Fleischfachleute
Heute beträgt der Frauenanteil aller lernenden Fleischfachleute und -assistenten bereits rund einen Sechstel. Ein Grund dafür sind sicher auch die neuen Berufsbilder. Seit dem Frühjahr 2017 kann zwischen den drei Fachrichtungen «Gewinnung», «Verarbeitung» und «Feinkost und Veredelung» ausgewählt werden. Letztere beinhaltet keine Tätigkeit mehr im Zusammenhang mit der Schlachtung der Tiere, sondern Arbeiten wie die Herstellung von kalten Platten und Traiteur-Produkten sowie Elemente des Caterings.

Selina Niederberger hat ihren Beruf gefunden. Auf die Frage, was es braucht, um erfolgreich zu sein, zögert sie nicht lange: «Freude am Beruf, Ehrgeiz, Wille und nicht zuletzt auch Mut, etwas Neues auszuprobieren.» Eigenschaften, die ihr sicher auch helfen, die intensive Vorbereitungszeit zu meistern und am Wettbewerb er- folgreich abzuschneiden.

Für weitere Informationen:

www.sff.ch
www.swissmeatpeople.ch

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