Technische Einfuehrung

Besonders Mädchen müssten in Sachen Technik mehr Förderung erfahren. Vor allem die Väter sind hier Vorbild.

Die wichtigste Ressource der Schweiz fördern

Orientierung Nicht Schokolade, nicht Käse, sondern Fachwissen ist das schweizerische Exportgut Nummer eins. Technische Innovation hat hierzulande Tradition. Damit das so bleibt, müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden. Wir zeigen Ansatzpunkte.

Miriam Dibsdale

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Über die SATW:

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften entwickelt Handlungsempfehlungen zu technischen Themen, die für die Schweiz von hoher Bedeutung sind und fördert das Technikinteresse und -verständnis in der Bevölkerung. Als eine vom Bund anerkannte Institution vereinigt die SATW ein grosses Netzwerk von Fachleuten und Fachgesellschaften.

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Dass die Schweiz ein Innovationsland ist, weiss man auf der ganzen Welt. Regelmässig belegt sie den Spitzenrang bei internationalen Vergleichen, darunter etwa den ersten Platz im «EU-Innovationsranking» von vor zwei Jahren. Diese Innovationskraft gilt darum als einer der wichtigsten Garanten für Wohlstand und Arbeitsplätze im Hochtechnologiestandort Schweiz.

Doch auf ihren Lorbeeren darf sich die Schweiz nicht ausruhen. Denn Innovation entsteht nicht von alleine – es braucht junge, interessierte Köpfe, die neue Ideen vorantreiben. Und genau in diesem Bereich hapert es: Der Fachkräftemangel im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist ein ausgewiesenes Problem. Über die Gründe dafür wird viel spekuliert. Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) wollte den Ursachen genauer auf den Grund gehen und führte 2012 im Rahmen des «MINT-Nachwuchs-barometers» eine repräsentative Befragung von 3507 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe durch (Deutschschweiz und Romandie). Die primären Fragestellungen lauteten u.a., aus welchen Gründen sich Jugendliche für oder gegen MINT-Berufe entscheiden oder als wie interessant MINT-Thematiken empfunden werden.

Roboterbau

Zu wenig Bewusstsein vorhanden

Die Studie zeigt, dass nebst der Schule vor allem die Familie einen grossen Einfluss auf das Technikinteresse hat. Je früher also Kinder an Technik herangeführt werden, desto eher interessieren sie sich für diese Thematiken und ergreifen mit höherer Wahrscheinlichkeit später einen MINT-Beruf. Leider zeigt die Untersuchung der SATW ebenfalls auf, dass Technik weder in der Familie noch in der Schule grosse Beachtung erfährt. Erschwerend kommt hinzu, dass insbesondere Mädchen sich zu wenig gefördert fühlen – was zu einer geringen Selbstsicherheit führt.

Die Handlungsempfehlungen der Studie sind deshalb klar: Schulen sollten auf allen Stufen das Technikinteresse fördern. Insbesondere den Mädchen müsse dabei grosse Aufmerksamkeit zuteil werden. Väter und Grossväter, die gemäss Studie eine starke Vorbildfunktion haben in Sachen Technik, müssen ermutigt werden, diese stärker wahrzunehmen – insbesondere gegenüber ihren Töchtern und Enkelinnen.

Schule und Familie spielen eine wichtige Rolle. Doch stehen die technischen Branchen selber in der Verantwortung, bessere Rahmenbedingungen zu bieten und so attraktivere Arbeitgeber zu sein. Gemäss SATW fehlt es in viele industriellen Betrieben etwa an flexiblen Arbeitszeitmodellen. Zudem müsse es den Industrievertretern gelingen, der Öffentlichkeit das grosse Potenzial der technischen Berufe aufzuzeigen. Nebst attraktiven Karrieremöglichkeiten ist das vor allem die Tatsache, dass es die technischen Berufsfelder sein werden, die sich den grossen, künftigen Herausforderungen annehmen.